CD-Tipps

Weezer - Raditude


Tracklist

01. (If You're Wondering If I Want You To)
I Want You To
02. I'm Your Daddy
03. The Girl Got Hot
04. Can't Stop Partying
05. Put Me Back Together
06. Tripping Down The Freeway
07. Love Is The Answer
08. Let It All Hang Out
09. In The Mall
10. I Don't Want To Let You Go
11. Turn Me Round



Die plötzliche Ankündigung, dass „Raditude“ so schnell nach dem 2008er „Red Album“ erscheinen wird, war nicht die einzige Überraschung, die Weezer auf ihrem siebten Studioalbum bereithielten. So wie „Raditude“ (VÖ 30.10.2009) klingt, hatte das die geneigte Hörerschaft wohl nicht erwartet. Weezer haben ihren Horizont bis in schwindelerregende Höhen erweitert – der Pop geht tiefer, der Rock ist härter. Das musikalische Neuland, zu dem sich Weezer dabei aufmachen, ist extrem listig und clever verpackt.

Der gemeinschaftliche Charakter von „Raditude“ ist wahrscheinlich auf das kollektive Gefühl zurückzuführen, das die Band auf der vergangenen Tour erlebt hat. „Das Album ist im Grunde eine Weiterführung des ganzen Spaßes, den wir letztes Jahr auf der Hootenay Tour hatten“, erklärt Rivers Cuomo. Hootenay steht in den USA für ein musikalisches Volksfest der 60er Jahre und genau solche veranstalteten Weezer mit ihren Fans, die zu Hunderten auf die Bühnen durften, um Weezer-Songs zu spielen und Rivers, Brian und Scott ihre eigenen Akkorde zu erklären, während die Band sich aufs Singen beschränkte.

Für einen großen Teil des Charmes, den „Raditude“ versprüht, ist die aufregende Unberechenbarkeit verantwortlich. Kein Song liefert einen Hinweis darauf, was als Nächstes folgen könnte. Weezer kehren Jermaine Dupris Hedonismus um: Auf „Can’t Stop Partying“ wird daraus ein gedämpfter Song mit ironischem Beigeschmack. Mit „The Girl Got Hot“ haut die Band einen schadenfrohen, lasziven Stadionrocker raus. „I’m Your Daddy“ wartet mit einem geschmeidigen Elektro-Beat auf, während “Love is the Answer” langsam beginnt und dann kraftvoll und mächtig endet. “(If You’re Wondering If I Want You To) I Want You To” begeistert mit klirrenden Akustikgitarren und Motown Beats und steht für das komplette Album, das voll ist von spannenden Überraschungen und ansteckenden Melodien, die Weezers catchien Pop mit ihrer härtesten Rockseite vereint. Oder wie es Rivers formuliert: „Die Platte hört sich an, als seien viele Leute in einem Raum und haben eine wunderbare Zeit.“ Aber es ist mehr als das: „Raditude“ ist Weezers wildeste, verrückteste und beste Platte und erfüllt Cuomos Behauptungen, dass „’Ratidude’ die perfekte Durchführung meiner musikalischen Ziele ist.“

„Raditude“ rundet eine bemerkenswerte Dekade ab, in der Weezer ihre Stellung als eine der größten und besten Rock-Bands weltweit behaupteten und in der eine ganze Generation an Bands nachkam, die von Weezer geprägt wurden. Allen voran durch ihre zwei Klassiker-Alben: das selbstbetitelte blaue 1994er Debüt mit prägenden Hits wie “Undone—The Sweater Song” und „Buddy Holly“ und dem Nachfolger „Pinkerton“ von 1996. Als Weezer 2001 mit dem grünen Album zurückkehrten, weigerten sie sich, auf vergangenen Erfolgen weiterzureiten, sondern lieferten mit „Hash Pipe“ und „Island In The Sun“ kraftvolle und innovative Hits ab. Drei Jahre später wurde „Make Believe“ veröffentlicht, „Beverly Hills“ knackte die Top Ten der Billbord Charts. 2008 folgte das Rote Album und die Single „Pork And Beans“, das dazu gehörige Video nahm YouTube auf die Schippe und brachte Weezer ihren ersten Grammy ein.











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